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Besseres Schachspiel durch Wisdom of Crowds? | Crowdwisdom
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Besseres Schachspiel durch Wisdom of Crowds?

Written on 8. Oktober 2007

crowdchess.jpg

… so lässt sich die Idee von CrowdChess beschreiben. In Kürze bedeutet das: Eine Gruppe von registrierten Spielern findet sich als Mannschaft zusammen und kann ihr geballtes Wissen im Play Room, einer gemeinsamen Plattform, austauschen. Die Spieler können über vergangene Spielzüge diskutieren, eine gemeinsame Strategie abstimmen und insbesondere über den nächsten Zug abstimmen.

Grundsätzlich stehe ich neuen Anwendungsmöglichkeiten von Crowdsourcing ja aufgeschlossen gegenüber; die Anwendbarkeit auf die Verbesserung des Schachspiels sehe ich vorsichtig gesagt skeptisch. James Surowiecki hat in seinem Buch “Die Weisheit der Vielen” bestimmte Voraussetzungen genannt, u.a. muss die Gruppe eine gewisse Heterogenität aufweisen und es muss ein klarer Mechanismus zur Aggregation der Einzelmeinungen vorhanden sein. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann eine Gruppe zu besseren Entscheidungen kommen kann als der beste Einzelne. Ein von mir schon oft genanntes Beispiel ist das Vox-Populi-Experiement von Francis Galton.

Ich tue mich schwer mir vorzustellen, wie eine Gruppe von Schachspielern durch gemeinsame Absprache, Koordination und Abstimmung besser spielen soll als ein sehr guter Einzelspieler, der neben taktischer Erfahrung auch kohärente Spielzüge vollführt. Aber gerne lasse ich mich eines besseren belehren. Insofern handelt es sich doch wieder um ein spannendes Experiment…

gefunden bei TechCrunch via Existenz24.biz

5 Comments

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  1. Comment by Benni Bärmann:

    Meines Wissens nach sind solche Experimente bei Schachspielern schon oft gemacht worden. “Weltmeister gegen den Rest der Welt” ist ein oft probiertes Spiel. Die Weltmeister haben wohl immer gewonnen. Leider hab ich keine Quelle, mit der ich dienen kann.

    8. Oktober 2007 @ 17:28
  2. Comment by Markus Pöhlmann:

    Danke für den Hinweis, Benni. Wusste ich nicht, aber deckt sich ja mit meiner Vermutung.

    8. Oktober 2007 @ 19:15
  3. Comment by Stefan Martens:

    Ich habe jahrelang Schach im Verein gespielt - Crowdsourcing wird beim Schach nicht viel bringen - die Experimente die Benni meint sind wohl Simultan-Veranstaltungen, bei denen ein Spieler gegen sehr viele auf einmal spielt - das ist dann aber halt kein Crowdsourcing - man spielt halt parallel gegen ganz viele auf einmal.

    Schach ist zwar noch nicht durchgerechnet so wie es Mühle oder Dame ist, aber die ersten 20 Züge sind meist sowieso “Theorie”. Das heißt, dass man diese Züge auswendig kann und somit bestimmte Eröffnungen spielt wie Spanisch, Sizilianisch, etc.

    Weicht man von diesen Theorien ab so ist es meist ein Fehler und der Gegner kann davon irgendwie profitieren.

    Deshalb kann man wohl in der Art und Weise sein Wissen zusammentun, wenn man etwas vergessen hat was die “Theorie” angeht und man übersieht weniger wenn man mit mehreren Leuten eine Stellung betrachtet, aber gegen richtig gute Leute hat man trotzdem keine Chance.

    Gruß,
    SMartens

    8. Oktober 2007 @ 22:45
  4. Comment by Markus Pöhlmann:

    Dass ein Haufen Anfänger sich zusammentut und gemeinsam einen Großmeister schlägt ist wohl nicht realistisch. Es gibt aber durchaus Konstellationen (z.B. Schätzspiele), wo die Masse zumindest etwas besser als der beste Einzelne ist. Analog müsste man beim Schach gucken, ob eine Gruppe von Amateuren besser ist als ein guter Amateur, der alleine spielt. Oder eben eine Gruppe von Großmeistern, die gegen einen besonders guten spielt.

    9. Oktober 2007 @ 13:35
  5. Comment by Björn Schneider:

    Denke auch, dass es die schiere Masse alleine nicht immer bringt. Es gibt aber viele Bereiche, in denen Synergie-Effekte durchaus einen Vorsprung bringen. Speziell Schach ist hier als beispiel eben nicht so gut, da dabei ja ein langsam sich aufbauender Wissens-Pool bei einzelnen vorhanden ist, weniger eine Art “Inselwissen”, welches sich verschiedenartig gestaltet bei zunehmender Personenzahl.

    27. Januar 2008 @ 14:59

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