Warum sollten Nutzer mitarbeiten?
Written on 7. Februar 2007
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Eine der zentralen Fragen, die ich im Zusammenhang mit Crowdsourcing untersuche, ist: Welchen Anreiz haben Nuter bzw. Kunden, um sich an einem Projekt zu beteiligen. Wer immer sich eine Crowdsourcing-Initiative überlegt, sollte diese Frage überzeugend beantworten können. In der Theorie gibt es dazu zwei mögliche Gründe:
- Immaterieller Anreiz: Die Beteiligung verschafft Ansehen in der Community, man profiliert sich als Experte oder die Mitarbeit erhöht die eigene Reputation. Ganz simpel kann auch die Freude an der eigentlichen Tätigkeit bzw. dem damit verbundenen sozialen Austausch der Grund der Mitarbeit sein.
- Monetärer Anreiz: Die Aussicht auf finanzielle Vorteile wirkt oftmals Wunder: Gratis-Produkte, vergünstigte Leistungen, besserer Konditionen oder direkte finanzielle Zuwendungen im Gegenzug für die Mitarbeit sind die zweite Möglichkeit, um Nutzer zu motivieren.
Lesenswert dazu sind Jeff Jarvis, Tom Evlsin und The Future of Communities.
Ergänzung: Robert Basic erläutert ausführlich seine Gedanken zu der Anreizthematik bei edelight (Danke für den Hinweis an Volkmar von Dealicious!)
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ich denke man sollte aktuell weniger gedanken für das anreizmodell verschwenden sondern viel mehr dafür sorgen die user anzahl so lange hochzuscalen bis durch die durchschnittlichen 1% der contributors die schwelle zur eigendynamik überschritten ist. das klingt zwar nach chicken-egg aber genau in der kreativität diese hemmschwelle in der startphase zu überwinden liegt das erfolgsgeheimnis.
Das Problem dabei ist, dass die 1% nicht gottgegeben sind, sondern gerade bei dejenigen Projekten auftreten, die es schaffen, die richtigen Anreize zu setzten. Ansonsten ist die Partizipation gleich Null. Ich habe Zweifel, dass sich für jedes beliebige Projekt durch Hochskalieren mitarbeitende Nutzer finden lassen - ohne jegliche Anreize.
Bei der Chicke-Egg Thematik stimmt ich Dir zu - ganau darin liegt das Erfolgsgeheimnis.
Die Frage ist doch aber, ob die 1% nicht diejenigen sind, die ohne monetäre Anreize auskommen, also intrinsisch motiviert sind. Und die sind im allgemeinen nun mal besonders wertvoll für eine Community. Robert Basich schrieb in seinem Post zu edelight (http://www.basicthinking.de/blog/2007/02/05/edelights-incentive-programm/) neulich über das gleiche Problem. Monetäre Anreize sorgen relativ schnell dafür, dass die Anzahl der teilnehmenden Mitglieder steigt, diese aber eher weniger wertvollen Content beitragen. Das kann sogar dazu führen, dass die Glaubwürdigkeit der Seite sinkt.
Ich glaube, dass der Knackpunkt also der immaterielle Anreiz ist. Wenn man es bei einem Crowdsourcing Projekt schaftt, diesen klar zu machen, hat man gute Chancen, erfolgreich zu sein. Ob man dann später finanzielle oder anders geartete “Belohnungen verteilt”, kann man dann immer noch entscheiden.
Mit “die richtigen Anreize setzen” meine ich beide, immaterielle und monetäre (s. Artikel). Was “richtig” ist, hängt stark davon ab, welche Zielgruppe ich ansprechen will. Du nennst dabei einen entscheidenden Punkt, den der Selbstselektion bei finanziellen Anreizen. Trotzdem halte ich es für gewagt, sich GAR keine Gedanken über Anreize zu machen. Liegt nun mal in der menschlichen Natur, dass ein Homer mit vorgehaltenem Donut schneller läuft.
Aber es stimmt schon: die besten Crowdsourcing-Projekte laufen nur oder hauptsächlich durch immaterielle Anreize. Die Frage ist dann, wie man diese optimal ausgestaltet. Einfach zu sagen “hier kriegt ihr Reputation, Anerkennung, Bekanntheit” ist wohl etwas plump…
Das ist zwar nicht die Lösung des Problems, aber ich denke, es kommt immer auf das Angebot an. Das tolle bei der intrinsischen Motivation ist ja eigentlich, dass die aus einem selbst heraus kommt, d.h. im besten Fall muss ich gar nicht sagen “Du bekommst hier Anerkennung”. Es liegt dann eben ganz stark am Angebot und ob das für jemanden “Sinn” ergibt, etwas dazu beizutragen.
Aber ich weiß, das klingt etwas theoretisch - obwohl es natürlich immer wieder Beispiele gibt, wo das funktioniert.
[…] Allerdings vermisse ich einen m.E. nicht ganz unwesentlichen Punkt, der im Zusammenhang mit Crowdsourcing immer wieder für Diskussionen gut ist: sollte man die Arbeit der Community incentivieren oder nicht? Einige Gedanken hierzu gibt es u.a. von Robert Basic zu edelights Incentiveprogramm und von Markus Pöhlmann (Crowdwisdom) in seinem Artikel “Warum sollten Nutzer mitarbeiten?”. Tags: social communities, Wisdom of Crowds […]
[…] Hannes Treichl, Marktchance Crowdsourcing Markus Pöhlmann, warum sollen Nutzer mitarbeiten? Visualblog: Crowdsourcing, es geht voran in Deutschland klar: siehe auch Wikipedia Siehe bzgl. Wisdom of the Crowd das verblüffende Liebesperlen-Experiment bei Quarks.de (basierend auf der Entdeckung von Francis Galton anno 1906, was er dann Vox pupuli nannte) […]
[…] Warum sollten Nutzer mitarbeiten? | Crowdwisdom Eine der zentralen Fragen, die ich im Zusammenhang mit Crowdsourcing untersuche, ist: Welchen Anreiz haben Nuter bzw. Kunden, um sich an einem Projekt zu beteiligen. Wer immer sich eine Crowdsourcing-Initiative überlegt, sollte diese Frage überzeugend b (tags: crowdsourcing Anreiz) […]
[…] Ich habe schon an der einen oder anderen Stelle über die Anreize von Nutzern zur Mitarbeit bei Crowdsourcing-Projekt philosophiert. Im Kern ist damit die Frage gemeint, wie Peer Production gestaltet sein muss, damit es in der Praxis funktioniert. Justin Fox schreibt in TIME dazu: […]
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